Von Fahnen und Anerkennung

 

Eine Darstellung von Julia Schröder

 

Die deutsche und die togolesische Fahne schmückt die Schultern ihrer Uniformen;

es weht die deutsche Fahne neben der togolesischen am Mast und das Eingangstor ziert der Name AGERTO - Association Germano - Togolaise, der unmissverständlich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Togo hervorhebt. Die morgendliche Zeremonie beinhaltet nicht nur die togolesische Nationalhymne (wie sie an jeder Schule jeden Morgen beim Fahnenappell gesungen wird), sondern eben auch die deutsche.

 

Das wirkt auf viele Deutsche auf den ersten Blick seltsam oder sogar befremdlich, ist aber bei genauer Betrachtung eine konstruktive Angelegenheit:

Ein großes Maß an Nationalismus sieht man in Deutschland zurecht kritisch und ist wohl nirgendwo in der Welt absolut ungefährlich. Nur ist nationale Identität, das Gefühl eine einheitliche und solidarische Gemeinschaft zu bilden, gerade in Afrika eine unverzichtbare und fördernde Kraft.

 

Als vor einigen Jahrzehnten eine ganz und gar willkürliche Grenzziehung für die Gliederung des afrikanischen Kontinents umgesetzt wurde, wurden Ethnien und Familien auf schreckliche Weise durch Staatsgrenzen getrennt.

Auf dieser Basis sollten nun Staaten entstehen, die möglichst noch gut funktionieren sollten. Nur kann ein Staat nicht agieren geschweige denn gut funktionieren, wenn keine Einheit besteht, weder Zusammenhalt, noch ein Gemeinschaftsgefühl.

 

Die Menschenmüssen sich also mit ihrem Staat identifizeiren -mehr als mit ihrer Ethnie-, um etwas zu erreichen und sich entwickeln zu können.

Es ist also wichtig für afrikanische Bevölkerungen, das Bewusstsein einer Nation zu entwickeln, die die verschiedenen Ethnien umgreift und in diesem Sinne patriotisch zu sein. Es ist verständlich und sogar zu befürworten, dass die Nationalität allgegenwärtig ist und ihr im Alltag durch Hymmne und Flagge Ausdruck und Kraft verliehen wird.

 

Agerto greift dieses Prinzip auf und verbindet es zusätzlich mit dem Ziel internationaler Zusammenarbeit. Die Assoziation versteht es auch als ihre Aufgabe, sich um die deutsch- togolesische Beziehung zu kümmern. Heute sind die Deutschen, die ehemaligen Kolonisatoren, in Togo, um sich zu engagieren und bei der Entwicklung des Landes mitzuhelfen.

Diese Entwicklung schafft Agerto überzeugend zu vermitteln und auch die Lehrlinge sagen auf ihre Weise Danke. Die (von ihnen selbstgenähte) Schuluniform zum Beispiel verleiht dem Ausdruck: Sie ist in vier großen Städten Togos präsent und das Interesse, sowie besonders die Anerkennung der Bevölkerung für die deutsch- togolesische Zusammenarbeit ist bemerkenswert.

 

Herr Hubert Kolb und Herr Alexander Beckmann von der deutschen Botschaft wussten dies bei ihrem Besuch bei Agerto zu schätzen. Auch der momentane Botschafter Herr Joseph Weiß war bei einem Empfang überrascht, so einwandfrei „Einigkeit und Recht und Freiheit...“ erklingen zu hören, und er war begeistert, dass die Hymne von Auszubildenden des deutsch-togolesischen Projektes Agerto gesungen wurde.