Das Jahr 2013

2013. Dieses Jahr gab es verschiedene Aktionen vor Ort um für AGERTO Mittel zu sammeln.

So gab es ein Benefizkonzert mit togolesischen Gastkünstlern welches von einem Freiwilligen AGERTOs mitgeplant und mitgestaltet wurde.

Durch eine Kooperation mit der Schneiderei konnte der Brunnen renoviert werden. Auch unser Internetauftritt wurde moderner und übersichtlicher gestaltet. So gab es einige Neuerungen und Initiativen, von denen in Zukunft profitiert wird.


Benefizkonzert

Der 11. Mai, der Todestag von Bob Marley, ist in Togo als ein feierwürdiger Tag bekannt. Der legendäre Musiker und Mitbegründer des Reggaes wird vor allem in der Hauptstadt Lomé durch Veranstaltungen und Konzerte geehrt.

 

Dieses Jahr hat AGERTO die Ehre, eine exklusive Auswahl der beliebtesten togoischen Künstler, (u.a. Kezita und King Mensah) zu präsentieren. Für AGERTO ist das Benefizkonzert das erste seiner Art, das in Togo organisiert werden konnte.

 

Wir danken ganz herzlich den Organisatoren und vor allem den engagierten Musikern, die diesen Event ermöglicht haben!

 

 

Optimierter Internetauftritt

Wir hatten das Glück eine Freiwillige Schweizerin mit breiter Marketingerfahrung im Einsatz zu haben. Sie hat während ihres 5-wöchigen Stage unter anderem unseren Internetauftritt überprüft und für Besucher, Interessenten und Spender optimiert. Wir danken Nicole Bützberger ganz herzlich dafür!



AGERTO-Schneiderwerk finanziert Brunnenrenovierung


Etliche Schneider, wunderschöne Stoffe und zwei Freiwillige: eine gute Voraussetzung für eine neue Unternehmung. So haben die österreichische Freiwillige Johanna und die deutsche Freiwillige Annika gemeinsam ein Taschenprojekt in die Wege geleitet und über 100 Taschen und Federmäppchen bei den Lehrlingen schneidern lassen. Rechtzeitig zur Adventszeit trafen die Schneiderstücke in Deutschland sowie Österreich ein, um dort unter Freunden, Verwandten und Bekannten verkauft zu werden. 

Der Verkauf wurde ein nicht so groß erwarteter Erfolg, sodass sich schnell die Frage stellte: Wohin sollen die über 1000€ Gewinn hingehen?

Ziemlich schnell war klar, dass das trübe Brunnenwasser zum Waschen von Körper und Kleidung für die Lehrlinge eine nicht weiterhin zumutbare Lage darstellt.

Sobald die Einnahmen Togo also erreichten, wurde die Initiative ergriffen: verschiedene Sorten Zement, Sand, zwei Schubkarren, Nägel, und Holz wurden eingekauft, sodass dem Beginn der Arbeiten nichts mehr im Wege stand.

Zuallererst wurde die Mauer des Brunnens entfernt und eine improvisierte Absperrung aus übergebliebenem Bambus und Wellblech gebaut, um mögliche Unfälle zu vermeiden.

Danach wurden mühevoll von Hand die alten, löchrigen Zementstücke herausgeklopft und noch oben gezogen.

 

Zur selben Zeit schufteten AGERTOs  Schreiner unter der Anleitung des Vorsitzenden Messan an einem Holzkonstrukt, in das dann Zement  eingossen werden kann, sodass daraus Ringe entstehen, die dann in den Brunnen eingesetzt werden.

 

Beim verwendeten Zement handelte es sich um einen Spezialzement, der weniger porös als herkömmlicher ist, sodass er sich bei ständigem Kontakt mit Wasser nicht so schnell zersetzt und somit langfristig dem Brunnen wirklich sauberes Wasser beschert.

 

Nachdem die fertig gegossenen Ringe getrocknet und von ihrem Holzkonstrukt befreit wurden, galt es diese massiven Betonklötze ohne technische Hilfe in den Brunnen einzusetzen.  Für ungefähr ein Dutzend starke Männer bedeutete das bei 40°C eine körperlich höchst anstrengende und auch nicht ganz  ungefährliche Arbeit. Mithilfe eines einfachen Hebekonstrukts wurden die Betonringe Zentimeter für Zentimeter mit Muskelkraft in den Brunnen hineingelassen. 

 

Die Erleichterung war dementsprechend groß, als die zwei Ringe erfolgreich eingesetzt waren. Es folgte nun der deutlich einfachere, aber zeitintensivere Teil – der Aufbau des Brunnens mit Backsteinen und herkömmlichem Zement  auf der Höhe, wo es keinen dauerhaften Wasserkontakt gibt.

- Stein auf Stein, Stein auf Stein,

der Brunnen muss bald fertig sein -

 

Nachdem alles verputzt wurde, musste nur noch der Spalt um den Brunnen mit Erde aufgefüllt werden, sodass sich unser Brunnen wirklich auch als renoviert bezeichnen darf!

Nun heißt es nur noch warten, bis der Brunnen sich mit Wasser gefüllt hat, doch es ist sicher,  dass sich die Lehrlinge über

sauberes Wasser für sich und ihre Wäsche sehr freuen werden.

 

Nochmals geht ein ganz großer Dank an all die, die es uns ermöglicht, dieses Brunnenprojekt zu realisieren. „Merci beaucoup“ oder eben auf Ewé „Akpé kaka“!


Besuch bei Madame Pasteur Abitor

Wer kennt in Togo nicht die allseits beliebte Gospelsängerin Madame Pasteur Abitor?

Es vergeht kaum ein Tag an dem man nicht an irgendeiner Straßenecke eines ihrer Lieder zu hören bekommt. Als wir uns auf den Weg nach Lomé machten, um der Einladung von Madame Pasteur Abitor nachzugehen, stimmten wir uns natürlich mit ihrer Musik ein.

Angekommen in Lomé fanden wir keine Villa vor, wie man es von einer Sängerin mit diesem Bekanntheitsgrad vielleicht erwartet hätte, sondern lediglich ein bescheidenes Haus. Nach einer sehr freundlichen Begrüßung erzählte uns Madame Pasteur Abitor von sich und ihrem Lebenswerk.

Geleitet von ihrem festen Glauben an Gott, hindert es die Sängerin und Pastorin trotz ihrer Lähmung der Oberarme und der Beine nicht dran, genügend Zuversicht und Energie für verstoßene oder verwaiste Kindern aufzubringen.

All ihr Geld fließt in das von ihr gegründete Waisenhaus, wenn auch ihre Mittel trotz ihrer Bekanntheit bei Weitem nicht ausreichen.

Noch klarer wurde uns dies, als wir die zwei kleinen Schlafräume im Waisenhaus zu Gesicht bekamen, in denen 21 Kinder untergebracht sind. Es gibt weder ausreichend Betten, noch intakte Matratzen, sodass manche Kinder sogar auf dünnen Pappkartons im Hof schlafen müssen – von Moskitonetze, die der grundlegende Schutz vor Malaria sind – ganz zu schweigen.

Auch die sanitären Anlagen sind bei Weitem nicht ausreichend fuer ­­die untergebrachten Kinder. Die Vorstellung jeden Morgen mit dem Gedanken aufzuwachen, wie man all die hungrigen Mäuler satt bekommt, mag nicht besonders ermutigend wirken, doch Madame Pasteur Abitor hat ihre Berufung darin gefunden :

« J'ai ressenti comme un grand fardeau de faire quelque chose pour ces enfants, sinon je serai redevable au Seigneur. C'est comme une mission que mon Père me confie, et je me dois de répondre fidèlement et humblement à cet appel. » (Etwas für diese Kinder zu tun, empfinde ich als große Last, doch sonst bin ich meinem HERRN etwas schuldig. Es ist eine Aufgabe, die mir mein VATER anvertraut hat - eine Aufgabe, die ich treu und bescheiden ausführen muss.)

So kommt es, dass sich Madame Pasteur Abitor zudem um über 100 weitere Kinder, die bei Gastfamilien oder nahen Verwandten untergebracht sind, kümmert. Ideal wäre es jedoch, wenn auch diese Kinder in einem wohlbehüteten Umfeld wie im Waisenhaus untergebracht wären, doch für den Bau eines neuen Kinderheims mit mehr Kapazitäten fehlen schlicht die Mittel.

Ziel des Treffens war es mitunter auch, die Brücke zwischen Madame Abitors Stiftung und AGERTO zu bilden, sodass für diese Kinder nach Beendigung ihrer Schulzeit nicht das Leben auf der Straße weitergehen muss, sondern AGERTO ihnen eine kostenlose Ausbildung ermöglichen kann. Erst dann können wir es verantworten, diese Kinder auf eigenen Beinen stehen zu lassen.

 

Falls Sie an weiteren Informationen interessiert sind oder sie Madame Pasteur Abitors Stiftung unterstützen möchten, dürfen Sie uns gerne kontaktieren.