Das Jahr 2014

Einige Blickpunkte aus 2014 waren unter anderem die stetig wachsenden Zalen der AbsolventInnen AGERTOs.

Außerdem wurde Seifenherstellung im Zentrum präsentiert. Viele Frauen produzieren zu Hause Seife und verkaufen diese natürliche Seife dann auf dem Markt.

Das Wetter hat dieses Jahr auch ein wenig verrückt gespielt. So wurde das Dach der Schreinerei und der Schweißerei von einem Unwetter hinweg gefegt. Daraufhin wurden mit tatkräftiger Unterstützung die beiden Werkstätten aus Beton neu errichtet. Diese können jetzt den nächsten Stürmen standhalten.



Diplomvergabe

Am Freitag den 21.11.2014 war es wieder so weit:  11 Jugendliche des Ausbildungszentrums AGERTO in Kpalimé, Togo, hatten ihre dreijährige Ausbildung zum Schreiner, Schweißer oder Schneider, nach bestandener Prüfung erfolgreich gemeistert. Nun sollte die harte Arbeit gewürdigt werden und alle sollten staatlich anerkannte Diplome erhalten. In etwa 300 Gäste wurden eingeladen, unter ihnen auch der Präfekt von Kloto, und die eigens zu diesem Zweck angereiste Delegation des Togo-Hilfe e.V. Rheinbach, angeführt vom Vorsitzenden Michael Firmenich. Für die musikalische Gestaltung des Tages wurden die Sängerin Abitor Makufui und der Sänger Agboti Yao Mawuena eingeladen, beide sind sehr berühmte und erfolgreiche Musiker in Togo und deshalb haben sich alle sehr über ihr Kommen gefreut. Für die Feier wurden von Togohilfe über 150€ gespendet, wovon u.a.  das Essen, die Getränke und die Miete für die Musikanlage finanziert wurden. Daher nochmals ein großer Dank an dieser Stelle.

Das Programm begann mit dem Fahnenappell und wurde von der deutschen sowie der togolesischen Nationalhymne begleitet. Die Veranstaltung wurde von zwei Mitarbeitern des Ausbildungszentrums moderiert. Messan Amegniho, der Präsident von AGERTO gratulierte den Auszubildenden und hat ihnen eine gute Zukunft gewünscht, weiterhin dankte er Togohilfe e.V., ohne dessen Unterstützung dies nicht möglich gewesen wäre.

Michael Firmenich hat seine Freude ausgedrückt, wieder in Togo zu sein, und er brachte zu unsere Überraschung eine Spende in Höhe von 2500 € mit. Herzlichen Dank Stefan Franceschini, Vorsitzender der „Grafschafter Krautfabrik Josef Schmitz KG“ für diese großzügige Spende, die uns den Beginn der Abzahlung des Kredits für den Neubau der Schweißerei und Schreinerei  ermöglicht! Weiterhin bat Michael alle Entscheidungsträger und Menschen in Kpalimé AGERTO zu unterstützen und somit die Armut und Arbeitslosigkeit zu verringern. Der Präfekt wies auch auf die positive Entwicklung des Projekts hin, gratulierte den Auszubildenden und wies auf die Bedeutung des Projekts für die Jugend in Togo hin. 

Die Diplome wurden von Mitgliedern von Togo-Hilfe und von Würdeträgern des Dorfes an die nun Meister ihres Fachs ausgehändigt und mit Jubel wurden diese dann von ihren Eltern und Freunden empfangen.

Anschließend gab es noch einen kleinen Motivationsbrief für die sechs besten Auszubildenden, die mit dem Geld ihre eigene Werkstatt aufbauen wollen. Auch die Lehrer bekamen einen solchen Motivationsbrief, nachdem Michael betont hatte, dass die Lehrer einen sehr großen Teil zum Erfolg des Projekts beitragen, und diese aufgefordert hatte jeden Tag 100 % zu leisten.

All dies wurde von Musik und Tanzeinlagen begleitet, die alle die Freude der Auszubildenden ausdrückten, die sich munter ins Tanzgewirr stürzten. Auch eine Zirkusgruppe hat eine wirklich aufregende Aufführung vorgestellt, die zur Begeisterung aller Anwesenden beitrug. Im Anschluss gab es noch ein gemeinsames Essen, bei dem man sich über die Arbeit im Projekt austauschen konnte. Bei Tanz und Musik konnte der Tag ausklingen und die Lehrlinge und Ausgebildeten mit ihren Eltern und Freunden feiern.


Seifenherstellung


AGERTO hatte die Gelegenheit Nyssen Lisette und Delvaux Francoise willkommen heißen zu dürfen. Die beiden Belgierinnen statteten Togo einen 3-wöchigen Besuch ab. Das Ziel: Mehr ökonomische Unabhängigkeit für die Bevölkerung durch eigene SEIFENHERSTELLUNG. 

10 Tage dauerte der Kurs, der für zwei Dutzend speziell dafür ausgewählte Damen hier bei AGERTO abgehalten wurde. Dabei sollten die Damen nicht nur lernen was man genau zur Herstellung von Seife braucht und wie deren Prozess abläuft, sondern auch wie man eben dieses Wissen weiterverbreitet.

 Am Ende des Kurses wurden 6 Sorten Seife hergestellt, darunter auch das rötliche Palmöl und das weiße „Huile de Palmiste“, letzteres wird aus den Samen der Palmfrucht gewonnen. Togo besitzt alle natürlichen Ressourcen, sodass eigentlich ein großer Seifenimport nicht nötig wäre.

 So braucht man zum Beispiel für Laugenseife in Pulverform 1 kg Natron und 2,5 kg Wasser. Durch das Vermischen der Beiden entsteht eine chemische Reaktion, der Inhalt des Eimers erhitzt sich sehr stark und fängt zu rauchen an. Hier ist Vorsicht geboten! Die Augen werden mit Brillen geschützt, die Hände mit Handschuhen. In geschlossenen Räumen sollte man auch Mundschutz tragen. Seife herzustellen ist keine risikofreie Angelegenheit, meint Lisette, sie selbst habe sich schon einmal beide Knie durch eine dicke Jeans verbrannt.

 Nach fleißigem Umrühren wird der Eimer außer Reichweite gebracht. Einen ganzen Tag soll das Natron-Wasser-Gemisch abkühlen. Wichtig ist vor allem auch Kinder, bei der Seifenherstellung im eigenen Haushalt, davon fernzuhalten. In jeder Phase der Herstellung müssen die jeweiligen Schritte bedacht und detailliert befolgt werden. Je nach Konsistenz der Seife verändert sich die Wasser-Natron-Proportion. So verwendet man für Seife „en bloc“ 1 kg Natron und 3 kg Wasser.

Neben der Praxis, lernen die Frauen auch das begleitende theoretische Wissen. Die chemischen Grundlagen, aber auch wie sie die Seife je nach Gewicht und Qualität um welchen Preis verkaufen sollen. Hier ist auch Mathematik gefragt.

Lisette ist eigentlich Bankangestellte. Neben ihrer Arbeit hat sie ihre eigene Organisation in Belgien gegründet, die ASBL Providence. Über „codéart belgique“, einer etwas größeren, andere belgische Organisation, kam sie in Kontakt mit „Forges sans Frontières“ in Lomé. Nach den eineinhalb Wochen haben die Frauen die Chance die Materialen die sie für ihre eigene Seifenherstellung brauchen (Eimer, Waage, Natron etc.), in Lomé bei „Forges sans Frontières“ gratis zu bestellen.

Durch den Verkauf der eigens produzierten Seife und durch das erlangte Wissen, welches sie weitervermitteln wollen, erleichtert sich die ökonomische Unabhängigkeit der Frauen enorm. AGERTO wünscht viel Erfolg und Gelingen!


Wiederaufbau nach Dacheinsturz

Obwohl AGERTO noch nicht genügend Geld hat um die Schweißerei und Tischlerei wieder aufzubauen, haben wir mit den ersten Arbeiten schon begonnen.

An dieser Stelle auch noch einmal ein kleiner Aufruf. Wir benötigen dringend Spenden um das Gebäude fertigzustellen, sodass unsere Schweißer und Tischler wieder mit ihrer Arbeit beginnen können. Wir bedanken uns jetzt schon mal recht herzlich bei unseren bisherigen Unterstützern. 

Wir haben uns dazu entschieden ein neues Gebäude aus Beton zu bauen, damit die Termiten nicht noch einmal Schaden anrichten können. Mittlerweile stehen die Grundmauern und mit der Hilfe von vier freiwilligen amerikanischen Studenten werden nun die Betonmauern weiß und anschließend gelb gestrichen.

Wir sind stolz zu zeigen, dass mittlerweile bereits der Außenbau der neuen Schweißerei- und Tischlereiwerkstatt, bis auf kleine Ausbesserungen, fertig gestellt ist.

Nun fehlt noch die Kanalisation und die Installation von Strom. Außerdem brauchen wir Zement und Beton, um den Boden auszufüllen. Beide Rohstoffe sind hier in Togo leider sehr sehr teuer. Damit wir also den Wiederaufbau vollenden können, brauchen wir dringend Ihre Hilfe!

Jede finanzielle Spende ermöglicht es uns der Fertigstellung des Gebäudes näher zu kommen.

Wir freuen uns über jedes noch so kleine Engagement, das uns in unserer Arbeit unterstützt!

 

Beton gegossen und Kabel verlegt - Fertig, aber auf Kredit

  

Nun wurde auch der Boden mit Beton ausgebaut und Strom verlegt, sodass die Arbeiten und die Ausbildung nun endlich wieder geregelt ablaufen können und die Lehrlinge viel praktische Erfahrung sammeln können.

Danke an alle Menschen die bis jetzt mitgeholfen haben, dennoch musste ein Kredit in Höhe von 15.000€ aufgenommen werden. Um weiterhin Strom, Wasser und Essen zu kaufen und den Kredit zu tilgen brauchen wir IHRE Hilfe! Spenden Sie jetzt und helfen Sie den Jugendlichen in Togo eine Perspektive im Leben zu geben!

 

2.500€ Spende von Stefan F.

 

Ein großes Dankeschön geht an Stefan F(Grafschafter Krautfabrik Josef Schmitz KG) für die Spende in Höhe von 2500 €, die es uns ermöglicht, mit der Tilgung des Kredits für die Renovierung der Schweißerei und Schreinerei zu beginnen.

 

8.000€ Spende von Togo-Hilfe

 

Togo-Hilfe e.V. hat eine unglaubliche Spende in Höhe von 8.000€ für die Tilgung des Kredites möglich gemacht. Wir sind hochauf glücklich, dass nun der größte Teil des Kredites abgezahlt ist und wir uns nun wieder akuteren Problemen und Projekten zuwenden können.


Neues Regenrinnensystem

Bekanntermaßen liegt Togo in Westafrika, wo sich die Jahreszeiten auf Trocken-& Regenzeiten beschränken. Während die Erde in der Trockenzeit also stark austrocknet, muss sie in der Regenzeit umso stärkeren Regengüssen standhalten. Da in Togo Regenrinnen eher die Ausnahmen sind, fließen die gesamten Regenmassen schlicht vom Dach und die Gefahr von Erdrutschen ist dementsprechend groß. Um dies zu vermeiden, wurden bei AGERTO nun Regenrinnen sowie ein kleines Abwassersystem installiert, das den Regen vom Dach unterirdisch aus dem Zentrum leitet.

 

Ein großer Dank geht an das Schönbuch Gymnasium Holzgerlingen, das uns dieses Projekt durch eine großzügige Spende ermöglicht hat.


Neuanschaffung für die Schneiderei

Dank der großzügigen Spende von Familie Zwirner aus Deutschland, wurde AGERTO ermöglicht, nun eine elektrische Nähmaschine anzuschaffen, mit welcher auch spezielle Säume genäht werden können. Bislang mussten die Schneider für dieses Gerät einen halbstündigen Fußmarsch in die Stadt machen, da es in Kpalimé nur zwei dieser teuren und begehrten Maschinen gibt. So kann nun die Ausbildungszeit der Lehrlinge effektiver genutzt werden. Da das Bedienen dieser Nähmaschine jedoch besondere Fertigkeiten erfordert, wurde nun ein Lehrling auserkoren, um dafür eine Ausbildung zu erhalten.

AGERTO hat somit zudem eine neue Einkommensquelle, da nun viele umliegende Schneider nicht mehr in die Stadt, sondern gegen eine geringe Gebühr zu AGERTO kommen werden, um ihre Säume nähen zu lassen.