Über AGERTO

AGERTO (Association Germano-Togolaise) ist eine Nicht-Regierungs-Organisation in Togo (Westafrika), die im März 1999 in Agome Tomegbé  16km von Kpalimé (Region Kloto) gegründet wurde.

 

AGERTO widmet sich in erster Linie der Aufgabe, die extreme Armut zu reduzieren. Eine besondere Zuwendung erfahren bei diesem Ziel die Jugendlichen, die Zukunftsträger der Gesellschaft.



      Der erste Eindruck

Ein großes Portal am Rande der Route Hanyighba in Kpalimé führt auf ein weitläufiges Grundstück.

 

Schon beim Eintreten strömt einem förmlich die herzlich-gelassene Atmosphäre entgegen, während die Geräusche von unterschiedlichsten Tätigkeiten an das neugierige Ohr gelangen.

 

Da kreischt die Holzsäge der Schreinerei, da tackern die Nähmaschinen in der Schneiderei, es hämmert eisern beim Schmied, ganz unterschwellig kann man das Schleifen und Schmirgeln von den Skulpturkünstlern wahrnehmen, irgendwo hört man einen Arbeitenden singen.

 

Vor einem gewaltigen Termitenhügel wehen die deutsche und die togolesische Fahne (die auch die selbstgenähten Uniformen zieren) in der prallen Sonne.

 

Vor der grellen Hitze geschützt wippen ruhig die Schiffchen in der Weberei, etwas weiter wird gelernt, wie Ketten aus kleinen Perlen geknüpft werden können und unter dem alten Mangobaum liegen Bücher aus - in den Pausen wird hier Lebenskunde gelehrt und Aufklärung betrieben.

 

Die Mauern der Gebäude sind bunt bemalt und ehren engagierte deutsche Unterstützer wie Togo-Hilfe ev., die Alfons Goppel Stiftung und die Main-Post-Zeitung.

 

Aus der Küche ziehen appetitliche Düfte; die Jugendlichen des Projektes AGERTO rufen

Herzlich Willkommen!“.

                  Hauptziel

Unser Hauptziel ist es, den Jugendlichen mit schwierigem sozialen Hintergrund einen hochwertigen Ausbildungsplatz und eine verantwortungsvolle und nachhaltige Erziehung zu ermöglichen. Wir übernehmen die Verantwortung für ihr Wohl, bis sie ihr Diplom erfolgreich abgeschlossen haben. Mit der dreijährigen Ausbildungsmöglichkeit und der herzlichen Zuwendung der togolesischen Ausbilder werden die mittellosen und vernachlässigten Jugendlichen unterstützt, die Herausforderungen des Lebens in Armut besser zu meistern, um sich eines Tages eigenständig daraus befreien zu können.


AGERTO engagiert sich darüberhinaus in den Bereichen Umwelt, Ökotourismus, Handwerk und im interkulturellen Austausch, widmet sich der Aufklärungsarbeit und informiert die Bewohner isolierter Regionen über Themen wie HIV/Aids und die Bedeutung von Hygiene für unsere Gesundheit und kümmert sich um die Wiederaufforstung gerodeter Waldflächen.



      Alltag bei AGERTO

Die Jugendlichen von AGERTO tragen selbstgeschneiderte Uniformen, auf deren Schultern eine togolesische und deutsche Fahne aufgenäht ist. Morgens um 7.30 Uhr fängt hier der Tag mit einem gemeinsamen Fahnenappell an. Man begrüsst sich und singt die Hymnen von Deutschland und Togo zusammen.

 

Bis zur Mittagspause um 12 Uhr teilen sich die Schüler auf und jeder geht der Arbeit seines Faches nach. Trotzdem sind alle vereint auf dem Hof, von Wellblechdächern vor der Sonne geschützt. Wenn es Essen gibt, sitzen die Schüler unter den Bäumen auf dem Hof verteilt. Manche Schüler gehen während der Mittagspause auch nach Hause.

 

Um 14 Uhr geht der Unterricht, der nur bei der Schneiderei in Klassen aufgeteilt ist, bis 17 Uhr weiter.

 

Dienstag nachmittags besteht für die Lehrlinge seit kurzem wieder die Möglichkeit, Deutsch zu lernen beziehungsweise, die teils in der Schule schon erworbenen Kenntnisse, zu vertiefen, sofern Interesse besteht.

Zudem finden nun Donnerstag nachmittags Hygienekurse gekoppelt mit Französischunterricht statt. Da manche Lehrlinge nur die Grundschule besucht haben, verfügen sie nur über mäßige Französischkenntnisse, sodass die Kurse in drei Gruppen, aufgeteilt nach Französischniveau, abgehalten werden.

So wird den Auszubildenden zum Beispiel die Wichtigkeit von Hygiene bei der Essenszubereitung vor Augen geführt und dabei ihre Ausdrucksmöglichkeiten gefördert.

Das Wochenende steht den Lehrlingen zur freien Verfügung.

 

        Berufsgattungen

Besonders junge Mütter, Waisen, Straßenkinder, vernachlässigte und vorbestrafte Jugendliche aus sehr armen Verhältnissen werden kostenlos in den folgenden Berufsgattungen ausgebildet:

- Schneiderei

- Schreinerei

- (Batik)

- (Friseur)

- Schweißerei

- Metallbau

- Holzbildhauerei

- Schnitzerei

- (Trommelbau) und

- Weberei

 

Zusaetzlich finden Informatik-, Französisch und Deutschkurse für die Lehrlinge statt.

 

Ihnen wird Halt und Hoffnung und somit eine Perspektive für ihre Zukunft geboten, bis sie das staatliche Diplom ablegen und eigenständig ihr Leben meistern können.

 

Wichtig ist es für AGERTO, durch das Angebot den Bedürftigen eine Starthilfe zu geben, sie aber nicht ihrer Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu entbinden, um somit der Einstellung “Hilfe zur Selbsthilfe” gerecht zu werden.